Vorbemerkung:
Wir möchten hier einen Brief aus einem Briefwechsel veröffentlichen, der sich an einen Freimaurer richtet. Der Verfasser war selbst bei den Freimaurern, bis er zum lebendigen Glauben an Jesus Christus kam. Der Brief ist keinesfalls als Anklage zu verstehen, sondern soll vielmehr aufzeigen, dass bibelorientiertes Christentum mit dem Gedankengut und der Praxis der Freimaurerei unvereinbar ist.
Der Brief wurde zwar zum Zwecke der Veröffentlichung etwas modifiziert, jedoch als persönliches Zeugnis des Verfassers weitestgehend beibehalten.
„Zu diesem allen aber zieht die Liebe an, die das Band der Vollkommenheit ist.“
Kolosser 3,14
Sehr geehrter ….,
zunächst möchte ich mich dafür entschuldigen, daß Sie so lange auf meine Antwort warten mußten. Da ich Ihnen eine ausführliche Antwort auf Ihr Schreiben bieten wollte, habe ich auf eine einigermaßen ruhige Gelegenheit gewartet. Das erschien mir schon deshalb ange-bracht, weil Sie durch Ihre Erfahrung als Pfarrer und Theologe und auch durch Ihre lang-jährige Logenpraxis sicher an möglichst fundierten Argumenten interessiert sind. Obwohl ich vor diesem Hintergrund Ihrer Lebenserfahrung und Ausbildung davon ausgehe, daß Ihnen meine Argumente nicht fremd sein können, bin ich doch von dem innigen Wunsch erfüllt, Ihr Herz und Ihre Seele mit meinen Worten erreichen zu können.
Ich will dies in einigen Punkten versuchen. Dabei beziehe ich mich auf Rituale und frei-maurerischen Grundsätze, wie ich sie in vielen Logen der Alten Freien und angenomme-nen Maurer von Deutschland sowie in der Großen Landesloge von Deutschland kennen-gelernt habe. Ausdrücklich beziehe ich mich nicht auf Ritualinhalte und Traditionen, die ich in ausländischen Logen und in den Logen des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus kennenlernte, obwohl ich dann die Punkte noch klarer darstellen könnte.
1. Die Freimaurerei stellt weder in Ritual und Tradition noch in der Praxis den Herrn Jesus Christus in den Mittelpunkt. Auch nicht in der Großen Landesloge von Deutschland, die sich „christlich“ nennt. Vielmehr werden alle Religionen gemein-hin bezüglich ihres Wahrheits- und Geltungsanspruchs auf die gleiche Stufe gestellt. Dies kommt prominent zum Ausdruck durch die Ringparabel des Freimaurers Gotthold Ephraim Lessing. Und schon in den „Alten Pflichten“, dem wohl wich-tigsten Dokument der Freimaurerei, ist dies im Begriff der „Religion, in der alle Menschen übereinstimmen“ festgehalten. Obwohl die Freimaurerei formell dem Logenmitglied den Glauben an die Unumstößlichkeit der Wahrheit der Bibel und an den Absolutheitsanspruch Jesu Christi zugesteht, so negiert sie diese Unumstöß-lichkeit doch in ihrem gesamten Wesen. Der Freimaurer bekennt durch seine Mit-gliedschaft zumindest implizit seine Zustimmung zu dieser relativistischen Positi-on. Dieses Bekenntnis des Freimaurers steht in einem unüberbrückbaren Gegensatz zu der Verpflichtung des Christen, den Missionsauftrag ernsthaft zu erfüllen, wozu zweifellos auch gehört, Jesus Christus auch in der Welt als alleinigen Herrn über die Schöpfung zu bekennen. Kein Gläubiger kann gleichzeitig den absoluten Herr-schaftsanspruch Christi bekennen und gleichzeitig die Möglichkeit des Geltungsan-spruchs unchristlicher Religion einräumen. Eine solche Haltung wäre spekulativ und somit das Gegenteil von Glauben. Jesus Christus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“ (Jo-hannes 14,6) Könnten Sie sich als Christ dieser Wahrheit bewußt sein und gleichzei-tig durch Ihre Logenmitgliedschaft dokumentieren, daß es auch andere Wege zu Gott geben kann? Würden Sie nicht in Kauf nehmen, daß Suchende weg von Gott geführt werden? Solange Sie Logenmitglied sind, halten Sie sich in Ihrem Herzen eine „Hintertür“ offen, Sie haben sich noch nicht vollständig der Herrschaft Christi ausgeliefert. „Und es ist in keinem anderen das Heil;“ (Apostelgeschichte 4,12)
2. Abgeleitet von der operativen Arbeit der Steinmetzgilden versucht Die Freimaurerei in ihrer heutigen, spekulativen Form den Menschen durch eigenes Wirken zu einer höheren Vollkommenheit zu befähigen. Der Einfluß der Tradition der Gnosis ist unübersehbar. Das wird schon im Aufnahmeritual des ersten Grades der blauen Jo-hannismaurerei deutlich, wenn der Lehrling in einem rituellen Akt auf mit der Spitz-hacke auf den Stein schlägt und damit seinen Willen zur Arbeit an sich selbst do-kumentiert. Diese „Arbeit an sich selbst“ ist innerhalb der Freimaurerei geradezu ein Leitmotiv. Diese Betonung der „Arbeit an sich selbst“ ist in besonderer Weise dazu angetan, abzulenken von dem, der allein die Macht hat uns zu verändern. Ar-beit an sich selbst kann niemals zu einer geistigen Vervollkommnung beitragen, sondern nur das Wirken Jesu Christi an uns und in uns. Er ist der Herr, er will an uns arbeite und ihm gebührt die Herrschaft. „Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“ (1. Kor. 15,10)
3. Mit der Vorstellung eines „Allmächtigen Baumeisters aller Welten“, wie sie schon in Andersons Konstitutionen 1732 zu finden ist, propagiert die Freimaurerei ein deistisches Gottesbild. Gott wird hier vermittelt als Schöpfer und Architekt des Weltalls. Obwohl Gott diese Eigenschaften zweifelsohne aufweist, ist das in der Freimaurerei vermittelte Gottesbild doch unvollständig und insofern verfälschend. So kommt weder Gottes liebende, noch seine richtende und vor allem nicht seine Vorstellung als der lebendige Gott zum Ausdruck. Es wird also nicht der Gott der Bibel vorgestellt. „… dafür arbeiten und kämpfen wir, weil wir auf einen lebendigen Gott hoffen …“ (1. Timotheus 4,10)
4. Die Freimaurerei strebt in Praxis, Tradition und Ritual nach Erkenntnis, nach hö-herer geistlicher Erkenntnis. Die gnostische Einflüsse sind in der Freimaurerei nicht zu übersehen. So werden auch die ersten drei Grade der blauen Johannismau-rerei als „schau in dich, schau um dich, schau über dich“ als Weg der Wahrheitssu-che interpretiert. Dabei halte ich weder Philosophie noch Epistemologie per se für gotteslästerlich. Das Streben nach höherer Erkenntnis, vor allem in ewigen und geistlichen Dingen allerdings schon. Zumal wenn dabei nicht der Herr Jesus Chris-tus als Quelle der Erkenntnis anerkannt wird. Davon legt der Brief des Paulus an die Kolosser ein umfassendes Zeugnis ab. „Gebt Acht, dass nicht jemand da sei, der euch als Beute wegführt durch die Philosophie und durch eitlen Betrug, nach der Überlieferung der Menschen, nach den Elementen der Welt, und nicht nach Christus. Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig;“ (Kolosser 2,8f)
5. Es ist der ausdrückliche Wille Gottes, alleiniger Gegenstand der Anbetung des Menschen zu sein. Die alleinige und volle Anbetung gebührt dem Schöpfer, nie-mals der Schöpfung. Im Ritual der Freimaurer symbolisiert der Logenraum das Universum und die Ordnung der Schöpfung. Es finden sich Sonne, Mond, Sterne und die Himmelsrichtungen in symbolischer Darstellung, wobei der „Meister vom Stuhl“ den Osten bildet. Beim Eintreten und beim Verlassen des Raumes empfängt dieser Verehrung und Würdigung durch eine Verbeugung jedes einzelnen Teilneh-mers. „… und dass du deine Augen nicht zum Himmel erhebst und, wenn du die Sonne und den Mond und die Sterne, das ganze Heer des Himmels siehst, dich ver-leiten lässt und dich vor ihnen niederwirfst und ihnen dienst, …“ (5. Mose 4,19)
6. Beim Beförderungsritual in den dritten Grad der blauen Johannismaurerei, dem „Meistergrad“, wird der Tod des zu befördernden Bruders symbolisch dargestellt. Daraufhin wird eine Auferstehung aus dem Tode symbolisch exerziert, wobei der Logenvorsitzende, der „Meister vom Stuhl“, aus dem „Ewigen Osten“ kommt und den zuvor Gestorbenen von den Toten auferweckt und somit in den Meistergrad erhebt. Während dieser gespenstischen Szene ist der Logenraum regelmäßig mit Totenschädeln und anderen Utensilien „geschmückt“. Spätestens an dieser Stelle der Freimaurerlaufbahn sollte das Gewissen des Christen erwachen! Quelle des Le-bens ist alleine Gott. Wiedergeburt kann nur durch Buße und Hingabe an Jesus Christus erfolgen. „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen ewiges Leben, …“ (Johannes 10,27f)
7. Schon in der freimaurerischen Terminologie wird eine durch und durch unbiblische Jenseitsvorstellung deutlich. So gehen sterbende Freimaurer im Sprachgebrauch der Logen grundsätzlich „in den Ewigen Osten ein“. In der Symbolwelt der Freimau-rer steht der Osten für das Licht. Aus der Bibel wissen wir jedoch, daß Menschen nach dem Tode die Ewigkeit nur dann mit Gott vereint (also im Licht) verbringen können, wenn sie zuvor durch das Blut Jesu von ihrer Sündenschuld befreit wur-den. „Wenn wir aber in dem Lichte wandeln, wie er in dem Lichte ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.“ (1.Johannesbrief 1,7). Anderenfalls werden sie die Ewigkeit in der gleichen Gottesferne verbringen, in der sie auch ihr Leben verbracht haben. Jesus Christus spricht: „Geht hinein durch die enge Pforte! Denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der zum Verderben führt, und viele sind, die auf ihm hineingehen. Denn eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden.“ (Matthäus 7,13f)
8. Bei den gesellschaftlichen Zusammenkünften der Freimaurer außerhalb des Rituals sind Gespräche über Religion nicht erwünscht und werden in der Regel nicht ge-duldet, ebensowenig wie politische Unterhaltungen. Angesichts des erheblichen zeitlichen Aufwands, den die Freimaurerei mit sich bringt, stellt diese Sitte eine ernsthafte Einschränkung des Missionsauftrags dar. Dieser Auftrag ist an alle Christen gerichtet und ist nicht an Einschränkungen gebunden. Wie können Chris-ten sich freiwillig darauf einlassen, in ihrer freien Zeit nicht über den Herrn Jesus reden zu dürfen? „Predige das Wort, stehe bereit zu gelegener und ungelegener Zeit; …“ (2. Timotheus 2,4)
9. Sie schreiben in Ihrem Brief, die Freimaurerei sei keine Gotteslästerung, weil sie keine Religion sei. Die höchste Form der Gotteslästerung (blasphemiea, „Ruf-schädigung“, also das Leugnen von Glaubensinhalten) ist es, die Person und Gott-heit des Jesu Christi in Frage zu stellen. Angesichts der Tatsache, daß sich der Schöpfer des Universums uns Menschen offenbart hat, ist das genau dann der Fall, wenn wir unser Leben nicht voll auf den Herrn Jesus Christus ausrichten. Er ist der Herr der Schöpfung, die Grundlage und Quelle unseres Lebens, und wir können das wissen. Ihm verdanken wir unser Leben, und so gehört es auch ihm. Ihm ge-bührt unsere Hingabe und unser Sein. Da die Freimaurerei das aus den oben ge-nannten Punkte in Frage stellt, ist die Freimaurerei zweifelsohne eine Gottesläste-rung.
10. Die Rituale der Freimaurerei finden grundsätzlich hinter verschlossenen Türen satt. Man tauscht und vereinbart geheime Zeichen und gibt geheimes Wissen weiter. Auch wenn viel Aufwand darauf verwendet wird, die Sinnhaftigkeit und historische Bedingtheit dieser Geheimniskrämerei herauszustellen: Ein Leben im Licht sieht anders aus! „Und habt nichts gemein mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, sondern stellt sie vielmehr bloß!“ (Epheser 5,11)
. Ich möchte jedem Freimaurer um seiner Seele willen aufzuzeigen, in wessen Hand die Freimaurerei ist. In der Hand dessen, der sich einem nicht vorstellt und sagt „ich bin das Böse, bete mich an“ – denn Satan „ ist der Lügner von Anfang an“ (Johannes 8,44). Statt dessen sagt er „erkenne dich selbst“, „tue Gutes“ und „humanistische Ethik ist nicht selten effizienter als Religion“. Während dessen bietet unser Herr Jesus jedem Menschen an, sich seiner Gnade zuwenden „auf daß wir, gerechtfertigt durch seine Gnade, Erben würden nach der Hoffnung des ewigen Lebens“ (Tit. 3,7). Ethik ohne den Heiligen Geist steht nur auf dem Papier, sie ist kraftlos. In unserem Fleisch wohnt nichts Gutes, und nur durch den Heiligen Geist können wir das als Gut erkannte auch vollbringen (Römer 7 und 8). Ethik bringt niemanden in den Himmel. Und außer, wenn wir weltliche Maßstäbe anlegen, ist humanistische Ethik niemals „effizient“ – denn Errettung von unserer Sündenschuld und der Zugang zum Himmel ist nicht durch ethisches Handeln, sondern nur durch Gnade und Glauben möglich: „Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit sich niemand rühme.“ (Epheser 2,8f). Ich bitte jeden Freimauerer in aller Liebe: nehmen Sie diese Gnade Christi an! Bringen Sie Ihre Schuld zu Jesus Christus! Nehmen Sie ihn an als Ihren persönlichen Heiland und empfangen Sie neues und ewiges Leben!
„… wir bitten für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott!“
2. Korinther 5,20
Mit freundlichen Grüßen
ChS